von Melanie Hasch

Natürliche Mittel gegen Hitze

Wenn die Sommer immer heißer werden

Kennen Sie das? Sie wachen morgens auf, öffnen das Fenster und spüren schon in den ersten Minuten, dass dieser Tag anstrengend werden könnte. Die Luft steht beinahe still, die Sonne hat schon früh Kraft und der Wetterbericht kündigt Temperaturen weit über 30 Grad an. Früher habe ich mich auf solche Sommertage einfach gefreut. Heute weiß ich, dass sie für viele Menschen auch eine echte Herausforderung sein können.

In meiner Praxis merke ich das jedes Jahr aufs Neue. Sobald die erste Hitzewelle kommt, verändern sich die Gespräche. Viele meiner Klientinnen und Klienten erzählen mir, dass sie sich plötzlich müde fühlen, der Kreislauf nicht richtig mitspielt oder sie sich trotz ausreichend Schlaf einfach erschöpft fühlen. Manche berichten von schweren Beinen, andere haben kaum noch Appetit oder das Gefühl, ständig trinken zu müssen. Fast immer folgt dann dieselbe Frage: „Gibt es etwas Natürliches, das den Körper bei Hitze unterstützen kann?"

Ich muss dann oft ein wenig schmunzeln. Nicht, weil die Frage unbegründet wäre – ganz im Gegenteil. Sondern weil viele Menschen eine einzige Lösung suchen. Eine Pflanze, ein Nahrungsergänzungsmittel oder ein Hausmittel, das möglichst alles wieder ins Gleichgewicht bringt. Meine Erfahrung ist allerdings eine andere. Unser Körper ist unglaublich klug. Er weiß meistens sehr genau, was er braucht. Wir haben nur im hektischen Alltag häufig verlernt, seine Signale wahrzunehmen. Deshalb beginne ich auch in meinen Beratungen selten mit einem bestimmten Präparat. Stattdessen sprechen wir erst einmal darüber, was Hitze eigentlich mit unserem Körper macht und wie wir ihn ganz natürlich unterstützen können. Genau darüber möchte ich heute mit Ihnen sprechen.

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Warum Hitze unseren Körper stärker fordert, als wir oft denken

Es fasziniert mich immer wieder, wie präzise unser Körper arbeitet. Selbst wenn draußen Temperaturen herrschen, bei denen wir am liebsten den ganzen Tag im Schatten bleiben würden, versucht unser Organismus ununterbrochen, seine eigene Temperatur möglichst konstant zu halten.

Damit das gelingt, erweitert er die Blutgefäße, produziert Schweiß und gibt über die Haut Wärme ab. Das klingt zunächst selbstverständlich, bedeutet aber echte Schwerstarbeit. Gleichzeitig verlieren wir Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. Der Kreislauf muss sich ständig neu anpassen und das kostet Energie.

Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl selbst: Man ist eigentlich gar nicht krank und trotzdem fühlt sich jeder Schritt ein wenig schwerer an. Genau das erzählen mir viele Menschen in den Sommermonaten.

Früher habe ich gedacht, ich müsste einfach weitermachen wie immer. Den Alltag im gleichen Tempo bewältigen, Sport zur gewohnten Zeit machen und alle Termine einhalten. Irgendwann wurde mir klar, dass ich damit gegen meinen eigenen Körper gearbeitet habe.

Heute sehe ich das anders. Hitze ist keine Schwäche. Sie verlangt unserem Organismus schlicht mehr Leistung ab. Und genau deshalb dürfen wir ihn auch anders unterstützen als an einem kühlen Frühlingstag.

Die einfachsten natürlichen Mittel beginnen oft mit einem Glas Wasser

Wenn ich gefragt werde, welche natürlichen Mittel bei Hitze wirklich helfen, denken viele wahrscheinlich an Heilpflanzen oder Nahrungsergänzungsmittel. Tatsächlich beginnt für mich alles mit etwas viel Einfacherem.

Mit Wasser.

Das klingt vielleicht wenig spektakulär, wird aber erstaunlich oft unterschätzt.

Viele Menschen trinken erst dann, wenn sie Durst verspüren. Dabei ist Durst bereits ein Signal unseres Körpers, dass er Nachschub braucht. Gerade an heißen Tagen versuche ich deshalb, regelmäßig kleine Mengen zu trinken, anstatt zwischendurch hastig ein großes Glas zu leeren.

Ich muss gestehen, dass ich früher selbst den Fehler gemacht habe, möglichst eiskalte Getränke zu bevorzugen. Schließlich fühlt sich ein Glas Wasser mit vielen Eiswürfeln im ersten Moment herrlich erfrischend an. Mein Körper hat mir allerdings ziemlich deutlich gezeigt, dass ihm das gar nicht so gut bekommt.

Heute trinke ich Wasser lieber angenehm kühl. Häufig kommen ein paar Scheiben Zitrone, frische Minze oder Gurke dazu. Das macht das Trinken nicht nur abwechslungsreicher, sondern sorgt auch dafür, dass die Karaffe auf meinem Schreibtisch fast wie selbstverständlich immer wieder leer wird.

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Auch Kräutertees begleiten mich durch den Sommer. Das überrascht viele Menschen, denn warme Getränke verbindet man zunächst nicht mit heißen Tagen. Tatsächlich empfinden viele sie jedoch als ausgesprochen wohltuend. Ich höre deshalb nicht auf meinen Kopf, sondern auf meinen Körper. Und der zeigt mir meistens ziemlich genau, was ihm guttut.

Wenn der Körper plötzlich nach Leichtigkeit verlangt

Eine Beobachtung begegnet mir in jedem Sommer aufs Neue: Viele Menschen wundern sich darüber, dass sie kaum noch Appetit haben.

Ich finde das eigentlich sehr logisch.

Unser Körper ist gerade damit beschäftigt, sich selbst zu kühlen. Eine schwere Mahlzeit bedeutet zusätzliche Arbeit für die Verdauung. Kein Wunder also, dass wir häufig automatisch Lust auf leichte Speisen entwickeln.

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Früher habe ich dieses Signal ehrlich gesagt oft ignoriert. Grillabende, große Portionen und üppige Sommerbuffets gehören schließlich für viele einfach dazu. Irgendwann fiel mir allerdings auf, dass ich mich danach häufig müde und träge fühlte.

Heute höre ich deutlich genauer hin.

An heißen Tagen landen deshalb fast wie von selbst Gurken, Tomaten, Wassermelone, Beeren oder frische Kräuter auf meinem Teller. Ich liebe große Salate mit allem, was der Garten oder der Wochenmarkt gerade hergeben. Dazu vielleicht etwas Feta, ein paar geröstete Kerne oder ein leichtes Dressing mit frischen Kräutern.

Das Schöne daran ist: Viele dieser Lebensmittel versorgen den Körper nicht nur mit Flüssigkeit, sondern gleichzeitig auch mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen.

Auch Bitterstoffe haben im Sommer einen festen Platz in meiner Küche. Rucola, Chicorée oder Radicchio wurden früher viel häufiger gegessen als heute. Dabei können gerade diese leicht bitteren Gemüsesorten eine wunderbare Ergänzung sein. Viele meiner Klientinnen und Klienten berichten, dass sie sich nach solchen Mahlzeiten insgesamt leichter fühlen. Diese Erfahrung teile ich durchaus.

Ich glaube ohnehin, dass wir im Sommer viel stärker auf unsere natürlichen Bedürfnisse hören dürfen. Der Körper verlangt jetzt nicht nach schweren Eintöpfen oder deftigen Speisen. Er wünscht sich Frische, Leichtigkeit und Lebensmittel, die ihn unterstützen, statt ihn zusätzlich zu fordern.

Und vielleicht liegt genau darin schon eines der wirksamsten natürlichen Mittel bei Hitze: nicht gegen den eigenen Körper zu arbeiten, sondern mit ihm.

Was Heilpflanzen an heißen Tagen für uns tun können

Wenn ich über natürliche Mittel bei Hitze spreche, werde ich früher oder später fast immer nach Heilpflanzen gefragt. Gibt es Kräuter, die den Körper jetzt besonders gut unterstützen können?

Meine Antwort lautet dann meistens: Ja – aber vielleicht anders, als viele erwarten.

Ich sehe Heilpflanzen nicht als kleine Wundermittel, die Beschwerden einfach verschwinden lassen. Vielmehr begleiten sie uns dabei, wieder etwas achtsamer mit uns selbst umzugehen. Allein das bewusste Zubereiten einer Tasse Tee kann schon ein kleiner Moment der Ruhe sein. Und manchmal ist genau das an einem heißen Sommertag viel wert.

Pfefferminze gehört für mich ganz selbstverständlich in diese Jahreszeit. Ihr frischer Duft vermittelt sofort ein Gefühl von Leichtigkeit. Ich trinke sie gern als Tee, gebe einige Blätter in mein Wasser oder stelle mir eine kleine Karaffe mit frischer Minze auf den Tisch. Schon beim Vorbeigehen steigt einem dieser angenehme Duft in die Nase. Vielleicht kennen Sie das – manchmal beginnt Wohlbefinden schon mit solchen kleinen Sinneseindrücken.

Auch Zitronenmelisse begleitet mich durch den Sommer. Ich mag ihre sanfte, frische Note und verbinde sie sofort mit Ruhe und Entspannung. Gerade an Tagen, an denen die Hitze nicht nur den Körper, sondern auch den Kopf etwas schwer macht, empfinde ich sie als wohltuend.

Und dann gibt es noch Hibiskus. Sein fruchtiger Geschmack ist für viele eine schöne Abwechslung, besonders wenn er leicht gekühlt getrunken wird. Ich finde es immer wieder spannend, wie uns die Natur gerade im Sommer so viele Pflanzen schenkt, die wunderbar in diese Jahreszeit passen.

Vielleicht ist genau das etwas, das mich an der Pflanzenheilkunde bis heute begeistert. Sie drängt sich nie auf. Sie begleitet. Leise, sanft und oft genau dort, wo wir bereit sind, etwas genauer hinzuschauen.

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Kleine Rituale, die im Alltag einen großen Unterschied machen

In meiner Praxis sprechen wir häufig über Ernährung oder Heilpflanzen. Was dabei manchmal fast untergeht, sind die vielen kleinen Gewohnheiten, die unseren Alltag leichter machen können.

Ich selbst habe im Laufe der Jahre einige Rituale entwickelt, auf die ich mich inzwischen jeden Sommer freue.

Dazu gehört zum Beispiel, den Tag möglichst früh zu beginnen. Ich genieße die Morgenstunden sehr. Die Luft ist noch angenehm frisch, die Natur wirkt ruhig und der Körper hat das Gefühl, einmal tief durchatmen zu können. Ein kurzer Spaziergang oder ein paar Minuten auf dem Balkon mit einem Glas Wasser schenken mir oft mehr Energie als eine zusätzliche Tasse Kaffee.

Wenn die Temperaturen später steigen, versuche ich, mich nicht gegen die Hitze zu stellen. Auch das musste ich erst lernen. Früher wollte ich meinen Alltag genauso durchziehen wie an einem kühlen Frühlingstag. Heute weiß ich, dass mein Körper mir sehr deutlich zeigt, wann es Zeit ist, einen Gang herunterzuschalten.

Vielleicht dürfen wir uns an dieser Stelle sogar ein wenig von den Menschen in südlichen Ländern abschauen. Dort ist es ganz selbstverständlich, während der größten Mittagshitze langsamer zu machen. Niemand käme auf die Idee, die pralle Sonne als Beweis besonderer Leistungsfähigkeit zu ignorieren. Ich finde diesen Gedanken sehr sympathisch.

Zu meinen kleinen Sommer-Ritualen gehört außerdem alles, was sanft kühlt. Kaltes Wasser über die Handgelenke laufen zu lassen. Die Füße für ein paar Minuten in eine Schüssel mit kühlem Wasser zu stellen. Leichte Kleidung aus Leinen oder Baumwolle zu tragen. Morgens und abends gut zu lüften und die Mittagssonne möglichst draußen zu lassen.

Das klingt fast banal. Und vielleicht ist genau das der Punkt: Wir neigen oft dazu, nach komplizierten Lösungen zu suchen. Dabei liegen die wirksamsten oft direkt vor uns.

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Weniger Perfektion, mehr Vertrauen

Eine Frage höre ich in den Sommermonaten besonders häufig: „Mache ich eigentlich genug?“ Ich finde diese Frage sehr berührend. Denn sie zeigt, wie sehr wir uns angewöhnt haben, alles richtig machen zu wollen. Genug trinken. Die richtigen Lebensmittel essen. An Nahrungsergänzung denken. Heilpflanzen auswählen. Möglichst keinen Fehler machen. Dabei ist unser Körper kein Projekt, das ständig optimiert werden muss. Ich glaube vielmehr, dass wir ihm wieder etwas mehr vertrauen dürfen.

Wenn Sie an einem heißen Tag keinen großen Hunger haben, dann hat das oft einen guten Grund. Wenn Sie sich nach frischem Obst, knackigem Gemüse oder einem großen Glas Wasser sehnen, steckt meist ebenfalls eine kluge Botschaft dahinter.

Natürlich gibt es Grenzen. Gerade ältere Menschen, Kinder oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten an heißen Tagen besonders gut auf sich achten. Und wenn Beschwerden wie Schwindel, starke Kreislaufprobleme oder Verwirrtheit auftreten, gehört das selbstverständlich ärztlich abgeklärt.

Für die meisten von uns gilt jedoch etwas ganz Einfaches: Unser Körper spricht ständig mit uns. Wir haben nur verlernt, zuzuhören.

Was ich Ihnen für den nächsten heißen Sommertag mitgeben möchte

Wenn ich diesen Artikel auf einen einzigen Gedanken reduzieren müsste, dann wäre es wahrscheinlich dieser: Die Natur arbeitet selten laut. Sie schenkt uns keine schnellen Wunderlösungen. Stattdessen erinnert sie uns an Dinge, die wir im Alltag manchmal vergessen. Wasser zu trinken. Frische Lebensmittel zu genießen. Uns eine Pause zu erlauben. Barfuß über eine Wiese zu laufen. Im Schatten eines Baumes tief durchzuatmen oder den Duft frischer Minze wahrzunehmen.

Vielleicht klingt das alles fast zu einfach. Aber genau darin liegt für mich die eigentliche Stärke natürlicher Mittel. Sie möchten den Körper nicht überlisten. Sie unterstützen ihn dabei, das zu tun, was er ohnehin jeden Tag für uns leistet.

Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, Hitze nicht mehr als Gegner zu betrachten. Sie ist für mich vielmehr eine Einladung geworden, etwas langsamer zu werden und genauer hinzuschauen. Was brauche ich heute wirklich? Mehr Wasser? Mehr Ruhe? Ein leichtes Essen? Oder einfach zehn Minuten ohne Handy, dafür mit dem Blick ins Grüne?

Die Antwort fällt jeden Tag ein wenig anders aus.

Und genau das ist völlig in Ordnung.

Denn Gesundheit bedeutet für mich nicht, jeden Tag perfekt zu funktionieren. Gesundheit bedeutet, den eigenen Körper ernst zu nehmen und ihm mit Aufmerksamkeit zu begegnen – gerade dann, wenn er uns zeigt, dass er Unterstützung braucht.

Vielleicht nehmen Sie aus diesem Artikel nur einen einzigen Gedanken mit. Dann wünsche ich mir, dass es dieser ist: Vertrauen Sie Ihrem Körper ruhig ein bisschen mehr. Er weiß oft schon sehr genau, was ihm guttut. Wir dürfen nur wieder lernen, ihm zuzuhören.

Hinweis:

Die in diesem Beitrag vorgestellten natürlichen Maßnahmen dienen der Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens an heißen Tagen. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden, starkem Schwindel, Kreislaufproblemen oder Anzeichen einer Hitzeerschöpfung beziehungsweise eines Hitzschlags sollten Sie bitte medizinischen Rat einholen.

Verfasser des Artikels

Nadine-Vollmann

Wenn Sie sich für das Thema Natürliche Mittel bei Hitze interessieren, stehe ich Ihnen gern jederzeit für ein unverbindliches Informationsgespräch zur Verfügung. Rufen Sie mich an!

Mit ganz herzlichen Grüßen, Ihre Nadine Vollmann

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